Panda Update: Von Google bestätigte Faktoren und Signale

Jeder,  der halbwegs professionell Suchmaschinenoptimierung betreibt, kennt auch das Panda Update von Google. Ziel dieser Rankingänderung ist es, qualitativ schlechte Webseiten im Ranking deutlich herabzustufen. Das besondere am Panda Update: Webseiten werden dabei auf einer „per-Domain“ Basis beurteilt. Ist die Gesamtqualität des Webauftritts zu schlecht, leiden darunter auch die möglicherweise höherwertigen Unterseiten.

Das Panda-Update gehört zu den am meisten gefürchteten Algorithmusänderungen von Google.

Das Panda-Update gehört zu den am meisten gefürchteten Algorithmusänderungen von Google.

Für Webmaster gilt es daher, eine solche algorithmische Abstrafung nach Möglichkeit zu verhindern. Google, bzw. der leitende Mitarbeiter Amit Singhal, hat zu diesem Thema einen sehr bekannten Blogpost (Original, Deutsche Übersetzung) verfasst, der Webmastern Hilfestellung dabei geben soll, Ihre Webseiten so zu gestalten, dass sie vom Panda Update nicht betroffen sind. Herzstück dieser „Anleitung“ sind 23 Fragen, die sich betroffene Webmaster im Hinblick auf ihre Seiten stellen sollen.

Manche der Fragen weisen recht konkret auf mögliche Faktoren des Panda Updates hin (z.B. Duplicate Content, zu viel Werbung), andere dagegen sind sehr wage und helfen nicht wirklich weiter. (z.B. „Würdet ihr dieser Website eure Kreditkarteninformationen anvertrauen?“) Grundsätzlich ist das Ziel des Panda Algorithmus aber klar: es sollen qualitativ hochwertige von weniger hochwerten Webseiten unterschieden werden.

Das Ziel, eine qualitativ hochwertige Webseite mit nützlichen Inhalten zu erstellen, sollte natürlich auch jeder Webmaster haben. Dennoch wünscht man sich, insbesondere wenn man bereits vom Panda Update betroffen ist, ein paar etwas griffigere Erläuterungen und Ansatzpunkte, was nun konkret zu tun ist.

Zum Glück haben sich im Laufe der Jahre auch andere Google-Mitarbeiter zu Wort gemeldet und konkretere Hinweise darauf gegeben, wie Google qualitativ hochwertige Webseiten erkennen möchte. Josh Bachynski hat in einem Artikel (derzeit offline) eine Liste von verschiedenen Äußerungen von Google-Mitarbeitern und sonstigen Verlautbarungen von Google zusammen gestellt. Diese Liste ist auch die Basis dieses Artikels, der dazu einige weitere Erläuterungen geben soll. Die meisten der Hinweise stammen von John Müller, einem schweizerischen Google-Mitarbeiter, der regelmäßig in den sogenannten Webmaster-Hangouts Fragen zum Google Alogorithmus beantwortet.

Auch die im Frühjahr 2014 „geleakten“ Richtlinien für Googles Quality-Rater geben Auskunft über einige Konzepte, die Google als geeignet erachtet, um „high quality“ von „low quality“ zu unterscheiden. Hierbei gilt: die Quality Rater von Google beeinflussen das Ranking NICHT direkt. Wenn eine Webseite von einem Rater als schlecht eingestuft wird, heißt das nicht, dass deshalb unmittelbar das Ranking der Webseite sinkt.

Stattdessen werden die Ergebnisse der Quality Rater vielmehr dafür verwendet, um (neue) Algorithmen zu testen. Ein Algorithmus wie Panda, der Seiten von niedriger Qualität finden soll, wird demnach z.B. auf eine Reihe von bewerteten Seiten angewendet. Danach werden die Ergebnisse verglichen: wie viele vom Quality Rater als schlecht beurteilte Webseiten werden vom Panda auch als schlecht bewertet? Wie viele vom Quality Rater als gut beurteilte Webseiten werden vom Panda als gut bewertet? Gibt es viele Widersprüche?

Auf diese Weise kann ein neuer Algorithmus also verifiziert werden. Was wir daraus ableiten können: die Qualitätssignale, die die Quality Rater prüfen sollen, werden höchstwahrscheinlich auch von Google Algorithmen wie Panda geprüft. Hätte Google keine Algorithmen, die diese Signale prüfen sollen, wäre es überflüssig, diese Signale von manuellen Quality Ratern bewerten zu lassen. Daher sind die Quality Rater Guidelines eine nützliche Quelle um mögliche Anhaltspunkte für das Panda Update zu finden.

Unterscheidung in „gut“ und „schlecht“

Die Liste der Panda-Signale umfasst zwei Arten von Faktoren: die „High-Quality“-Faktoren und die „Low-Quality“-Faktoren. Im Optimalfall hält eine Webseite also alle „High Quality“-Anforderungen ein und weist keinen der „Low Quality“-Punkte auf. In der Realität sollte man sich bemühen, so viele wie mögliche HQ-Anforderungen zu erfüllen und LQ-Faktoren möglichst zu beseitigen.

Manche der Faktoren werden hier auch doppelt genannt. In manchen Fällen kann man nicht genau sagen, ob die Anwesenheit eines Faktors ein HQ-Signal ist oder die Abwesenheit ein LQ-Signal, oder umgekehrt. Daher können manche Faktoren sowohl in der HQ als auch in der LQ-Liste vorkommen.

Generell gilt für das Panda Update:

  • Nicht-indexierte Seiten sind für den Panda Algorithmus irrelevant. Es kann daher in der Tat hilfreich sein, wenn man Teile einer Webseite, von denen man annimmt, dass sie Googles Qualitätsansprüche nicht erfüllen, auf noindex stellt.

    Quelle:
    John Müller, 13. September 2013
  • Traffic, der via Adwords oder über andere Quellen generiert wird, ist für den Panda Algorithmus irrelevant. Nur der über die Google-Sucher verursachte Webseitentraffic ist für die Bewertung von Interesse.

    Quelle:
    John Müller, 23. September 2013
  • Der Panda-Algorithmus crawlt eigenständig Webseiten, um Onpage-Elemente zu identifizieren, denen er einen „Quality“-Score zuordnen kann.

    Quelle:
    John Müller, 28. März 2014, 6. Juni 2014

Faktoren für hochwertige Webseiten

  1. Wir beginnen gleich mit einem sehr kontrovers diskutierten Faktor: User-Metriken. Insbesondere Matt Cutts hat mehrmals verneint, dass Daten aus Google Analytics für das Ranking verwendet werden. Jedoch kann Google die Benutzerzufriedenheit auch aus anderen Quellen ableiten, z.B. wenn ein User wieder schnell zur Suchergebnisseite zurückkehrt.
    Von verschiedenen Google-Mitarbeitern wurde angemerkt, dass die Besucherzufriedenheit ein unmittelbarer wichtiger Faktor ist und auch von Google gemessen wird.

    Quellen:
    John Müller, 2. Dezember 2013
    Zineb Ait Bahajji (Webmaster Trends Analyst) und John Müller, 20. Dezember 2013
    Maile Ohye (Google Programs Tech Lead), SMX West, 11. – 13. März 2014
    Michael Wyszomierski (Google Product Quality Team), 3. Juli 2014
    Gary Illyes, SMX East, 2014

  2. socialPositive Erwähnungen in sozialen Netzwerken werden als Qualitätsfaktor angesehen. Die Betonung liegt hier auf „positiv“. Es genügt also nicht, lediglich erwähnt zu werden, sondern das Statement muss einen positiven Tenor haben.

    Quellen:
    John Müller, 2. Dezember 2013
    Quality Rater Guidelines, März 2014 (2.7 Website Reputation) Anm: Soziale Netzwerke werden hier nicht explizit erwähnt, sondern lediglich eine allgemeine Recherche im Netz.

    Die Quality Rater Guidelines werden hier nicht verlinkt oder bereit gestellt, da diese Version nicht offiziell von Google freigegeben wurde.

  3. Positive Reviews in unabhängigen, von Google verifizierbaren Quellen sind ein Qualitätsfaktor für Webseiten.

    Quelle: John Müller, 24. Februar 2014
  4. Google ist auch sehr an der Reputation von Webseiten im sonstigen Internet interessiert. Dabei werden insbesondere von Personen geschriebene Informationen verwertet, keine Statistiken oder sonstigen automatisch generierten Inhalte. (z.B. sind die Angaben von alexa.com oder anderen Statistik- bzw. Review-Webseiten eher nicht von Interesse.)
    Eine positive Reputation im Internet wird als Qualitätsfaktor gewertet. Gemeint sind damit (positive!) Erwähnungen in Nachrichten- und Wikipedia-Artikeln, Blog- und Magazinartikeln sowie Forendiskussionen. Ebenso werden Bewertungen von unabhängigen Organisationen von Google erwähnt.
    Konkret als Quellen für eine Reputationsrecherche werden genannt: Yelp, Better Business Bureau, Amazon und die Google Product Search. Diese Angaben zielen natürlich wiederum auf den amerikanischen Markt, zumindest das Better Business Bureau kann man für deutsche Zwecke von dieser Liste streichen.

    Quelle:
    Quality Rater Guidelines, März 2014 (2.7.2 Sources of Reputation Information; 2.7.4 How to Search for Reputation Information)
  5. Google ist auch immer an der Meinung von anerkannten Experten auf einem Gebiet interessiert. Die Erwähnung einer Webseite von jemandem, der als Experte auf dem entsprechenden Gebiet angesehen wird, wird als Qualitätsfaktor gewertet. Die Erwähnung kann dabei sowohl im Web aber auch in sozialen Medien erfolgen.

    Quelle:
    Quality Rater Guidelines, März 2014 (2.7 Website Reputation)
  6. linkAusgehende Links können einen positiven Einfluss auf die Bewertung der Qualität einer Seite haben. Links zu Autoritäten werden als positives Signal gesehen. Ebenfalls ist es gut, wenn man seine Quellen zitiert.

    Quellen:
    John Müller, 20. Juni 2014
    Quality Rater Guidelines, März 2014 (14.2.1 Examples of Useful (U) Result Blocks) Anm: Bezieht sich hier nicht auf Webseiten, sondern auf Ergebnisblöcke bei Suchabfragen
  7. Die Verwendung einer .com, .net oder .org-Toplevel-Domain wird als Qualitätsfaktor angesehen. Hierbei ist zu beachten, dass diese Aussage vermutlich hauptsächlich für den amerikanischen oder englischsprachigen Raum gibt. In Deutschland wäre das entsprechende Äquivalent die TLD .de, wobei man hier davon ausgehen kann, dass dieses Signal in dieser Weise wenn überhaupt, dann nur einen sehr geringen Einfluss hat.

    Quelle:
    Matt Cutts, 11. September 2013
  8. kontaktIm amerikanischen Raum gibt es keine Impressumspflicht, wie wir Sie aus Deutschland kennen. Viele Webseiten verzichten daher auf ein Impressum mit Kontaktangaben.
    Google sieht es daher als ein Qualitätsmerkmal an, wenn auf jeder Unterseite die Adresse oder die Kontaktinformationen des Inhabers angegeben sind. Ebenso wird das Vorhandensein einer „Über uns“ oder ähnlicher Seite, auf der die Firma vorgestellt wird, positiv bewertet.
    Generell wird auch das Vorhandensein von brauchbaren Kontaktinformationen positiv bewertet.

    Es stellen sich hierbei gleich mehrere Fragen zur Handhabung dieser Faktoren in Deutschland. Da eh jede Webseite ein Impressum hat, haben solche Faktoren vermutlich keine hohe Unterscheidungskraft. Dennoch kann es so durchaus als sinnvoll angesehen werden, die Kontaktinformationen z.B. komprimiert auf jeder Unterseite in den Footer zu packen.
    Das Vorhandensein eines Impressums wird positiv gewertet. Viele Webseiten verfolgen aber die Praxis, ihr Impressum auf noindex zu stellen und damit aus dem Google-Index auszuschließen. Wie von John Müller bestätigt wurde, werden für das Panda Update jedoch nur die Unterseiten betrachtet, die sich auch im Index befinden. Sollte die Praxis, das Impressum auf noindex zu stellen, vor diesem Hintergrund also überdacht werden?

    Quelle:
    Quality Rater Guidelines, März 2014 (2.5.3 Finding About Us, Contact Information and Customer Service Information; 4.1 Characteristics of High Quality Pages)

  9. datumManche Webseiten zeigen an, wann der Inhalt zuletzt geändert wurde. Google wertet das Vorhandensein dieser Information als Qualitätsfaktor, sofern sich daraus ergibt, dass die Seite noch aktiv in Stand gehalten bzw. aktualisiert wird.

    Quelle:
    Quality Rater Guidelines, März 2014 (14.1.4 Vital Pages for People Queries)
  10. Bekannterweise achtet Google auch auf das Domainalter. Eine schon seit langem aktive Domain suggeriert Vertraulichkeit und Qualität. Bei der Registration von .de-Domains ist die Angabe einer Kontaktadresse obligatorisch, bei anderen Toplevel-Domains kann das anders sein und eine anonyme Registrierung ist möglich. In solchen Fällen kann das Vorhandensein von öffentlichen Informationen zum Domaininhaber („whois“) von Google positiv gewertet werden.

    Quelle:
    Quality Rater Guidelines, März 2014
    Hinweis: Dieser Faktor wurde von John Müller am 25. August 2014 verneint. Er gibt jedoch an, nicht über jedes kleine Detail bescheid zu wissen.
  11. Auch die Aufmachung bzw. das Layout der Webseite kann für den Panda Algorithmus von Bedeutung sein. Google legt wert darauf, dass der sogenannte Hauptinhalt vom „Nebeninhalt“ deutlich abgegrenzt wird bzw. gut zu unterscheiden ist. Als Nebeninhalt werden Navigation, Seitenleiste oder Werbung angesehen.

    Quelle:
    Quality Rater Guidelines, März 2014 (4.6 Functional Page Design)

Faktoren für minderwertige Webseiten

Es gibt deutlich mehr Faktoren, die eine Webseite in den Augen Googles als minderwertig erscheinen lassen. Nach Möglichkeit sollte man also versuchen, diese Faktoren auf den eigenen Seiten zu vermeiden bzw. zu entfernen, insbesondere falls man bereits von einem Panda Update betroffen ist.

  1. Ebenso wie bei den positiven Faktoren werden hier die User-Metriken genannt. Wenn Verweildauer, Absprungrate oder Return-To-Serp-Rate besonders schlecht sind, kann das darauf hinweisen, dass die Benutzer mit der Webseite nicht zufrieden sind, also entweder dem Inhalt oder der Präsentation, oder beidem.
    Man sollte also achten auf Seitengeschwindigkeit, die einfache und intuitive Bedienbarkeit des User Interfaces, das Seitendesign und natürlich den Inhalt. Wenn die Fragen des Benutzers nicht oder nicht schnell oder gut genug beantwortet werden, kann das die User-Metriken negativ beeinflussen.

    Quellen:
    John Müller, 2. Dezember 2013
    Zineb Ait Bahajji (Webmaster Trends Analyst) und John Müller, 20. Dezember 2013
    Maile Ohye (Google Programs Tech Lead), SMX West, 11. – 13. März 2014
    Michael Wyszomierski (Google Product Quality Team), 3. Juli 2014
    Gary Illyes, SMX East, 2014
  2. duplicatecontentBei Blogs kann man seine Beiträge in Kategorien einordnen und zusätzlich zu jedem Blog „Tags“ vergeben. Letztendlich führt das zu Duplicate Content, da derselbe Inhalt auf möglicherweise vielen verschiedenen Unterseiten verwendet wird.
    Erstaunlicherweise wird das Vorhandensein von auf diese Weise generiertem Duplicate Content von Google als negatives Qualitätssignal gewertet. Man sollte also nach Möglichkeit den zu extensiven Gebrauch dieser Techniken vermeiden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, zu prüfen, ob man über diese Seiten wirklich nennenswerten Search-Traffic bekommt. Ist das nicht der Fall, kann man Kategorien und Tag-Archive getrost auf noindex stellen.

    Quellen:
    Matt Cutts, 11. September 2013
    Zineb Ait Bahajji, Google Webmaster Trends Analyst, 20. Dezember 2013
    John Müller, 4. November 2013, 2. Juni 2014
    Quality Rater Guidelines, März 2014
  3. Doppelte Titel und Meta-Descriptions sollten unbedingt vermieden werden. Sie sind ein Hinweis darauf, dass zwei inhaltlich sehr ähnliche Artikel zum exakt gleichen Thema vorhanden sind. Bezüglich der Meta-Descriptions gilt: besser gar keine Meta-Description als doppelte Meta-Descriptions.

    Quelle:
    Matt Cutts, 18. November 2013
  4. Die aggressive Verwendung von Keywörtern auf der Webseite ist ein negatives Qualitätsmerkmal. Dass gewöhnliches Keyword-Stuffing mittlerweile nicht mehr funktioniert und sich negativ auswirkt, sollte bereits bekannt sein. Aber auch die zu häufige Verwendung von Keywörtern in URLs und in HTML-Codeteilen wie dem title oder dem alt-Tag kann negativ ausgelegt werden.
    Gerade Blogsysteme wie WordPress fügen die Keywörter gerne zu jedem title- oder alt-Tag bei Bildern hinzu, es sollte gegebenenfalls manuell überprüft werden, ob dies zu exzessiv geschieht.

    Quellen:
    John Müller, 2. Dezember 2013, 6. Juni 2014, 11. August 2014
    Matt Cutts, 13. März 2014, SMX West
  5. Erstaunlicherweise wird auch die Verwendung von internen Links mit Keyword-Stuffing von Google-internen Quellen als negativer Qualitätsfaktor genannt. Dabei entstehen gleich zwei Arten von Problemen: zum einen die massive Verwendung von Keywords in internen Links als auch das Verhältnis von Text zu Links auf einer Webseite.
    Bisher war man in der SEO-Szene eigentlich davon ausgegangen, dass die Verwendung von Exact-Match-Keywords bei internen Links unkritisch ist. Große Seiten wie Wikipedia praktizieren diese Technik auch extrem intensiv.

    Quelle:
    John Müller, 2. Dezember 2013, 25. August 2014
  6. Webseiten, die reine Clone von anderen Seiten sind, werden höchstwahrscheinlich von einem Panda Update betroffen sein. Dieser Faktor sollte nicht allzu sehr verwundern.

    Quelle:
    John Müller, 10. März 2014
  7. Auch der thematische Fokus einer Webseite ist für das Panda Update von Interesse. Das Vorhandensein von Off-Topic-Inhalten oder Links wird von Google als negativer Qualitätsfaktor angesehen.
    Eine Webseite sollte sich also keine Artikel veröffentlichen, die völlig themenfremd zu den sonstigen Inhalten sind. Auch Webseiten, die sich mit vielen verschiedenen Themen befassen, können auf diese Weise abgewertet werden.

    Quellen:
    John Müller, 12. August 2013, 18. November 2013, 7. April 2014
  8. fehlerWie man am sogenannten Knowledge Graph und direkten Antwortboxen in den Suchergebnissen erkennen kann, hat Google mittlerweile selbst eine riesige Datenbank an allgemeinen Informationen und Fakten. Wer auf seiner Webseite veraltete oder falsche Fakten präsentiert, kann dafür vom Panda Update abgewertet werden.
    Natürlich kann Google längst nicht alle Fakten und Informationen prüfen, man sei jedoch gewarnt, da der Fundus von Google an automatisch auswertbaren Informationen ständig ansteigt.

    Quelle:
    Quality Rater Guidelines, März 2014
  9. Wenn viele Links auf der eigenen Seite ins Leere führen, wird dies auch negativ gewertet. Klickt man also auf einen Link, der zu einem 404 oder 500-HTTP-Statuscode führt, so ist das natürlich schlecht. Selbstverständlich geht es hierbei nur um das Auftreten von internen Fehlerseiten bei Klicks auf interne Links. Durch externe, von Backlinks generierte Fehlerseiten zählen natürlich nicht. Google bewertet auch die Fehlerseiten selbst. Eine wenig hilfreiche Fehlerseite kann also auch zu Abzügen im Panda-Rating führen.
    Auch das Auftreten von PHP oder MySQL-Fehlermeldungen auf der eigenen Seite ist ein negatives Qualitätsmerkmal.

    Quellen:
    John Müller, 24. Februar 2014
    Quality Rater Guidelines, März 2014 (10.2 Ratings for Pages with Error Messages or No MC)
  10. Tote (externe) Links oder Bilder sind natürlich Gift für die Qualitätsbewertung einer Webseite durch Google. Wenn es den Anschein hat, als würde eine Seite nicht aktiv weiter geführt, sondern sei verlassen, führt dies ebenfalls zur einer Abwertung.

    Quelle:
    Quality Rater Guidelines, März 2014 (2.6 Website Maintenance)
  11. Natürlich gibt es auch sehr viele textliche Faktoren, die Google erlauben, eine Webseite ziemlich direkt als qualitativ minderwertig einzustufen. Seiten mit völlig sinnlosem Text, Seiten die nur aus einzelnen Sätzen bestehen, durch Spinning erstellte Texte, Texte mit schlechtem Sprachstil, schlechter Grammatik oder grob fehlerhafter Rechtschreibung – all das kann zur Abwertung der Domain durch den Panda Algorithmus führen. Auch sonstige Fehler auf der Seite selbst wie auch schlechte Ergebnisse bei der internen Suche werden als Signal für eine qualitativ minderwertige Webseite angesehen.

    Quellen:
    Quality Rater Guidelines, März 2014
    Matt Cutts, SMX Advanced 2014
    Pedro Dias (ehemaliger Google-Mitarbeiter), 10. März 2014
    John Müller, 6. Juni 2014, 20. Juni 2014
  12. werbungGoogle ist bekanntlich auch ein nicht allzu großer Fan von Werbung – natürlich nur, so lange sie sich nicht auf Google selbst befindet. Webseiten, die speziell für das Schalten von Werbung erstellt wurden, haben eine hohe Chance, vom Panda Update betroffen zu sein.
    Besonders wenn User dazu verleitet werden sollen, möglichst schnell auf eine der vielen Werbeanzeigen „above-the-fold“ zu klicken, wird dies als negatives Signal gewertet.

    Quellen:
    John Müller, 24. Februar 2014, 24. März 2014
    Quality Rater Guidelines, März 2014 (6.5.1 Unhelpful or Distracting Supplementary Content)
  13. Zur Verwendung von Werbeanzeigen gibt es weitere Merkmale, an denen Google eine qualitativ minderwertige Webseite erkennen will. Grundsätzlich ist wird eine hohe Anzahl an Werbeanzeigen kritisch betrachtet. Aber auch die Platzierung der Anzeigen ist von Bedeutung. Sind die Anzeigen klar als solche zu erkennen? Werden Werbeanzeigen wiederholt in den eigentlichen Text eingefügt, um den Leser mehrmals mit der Nase darauf zu stoßen? Auch Popups, insbesondere wenn man sie nur schwer schließen kann, können einen negativen Einfluss auf das Qualitätsrating haben. Werbung innerhalb der Navigation einer Webseite wird ebenfalls als ungünstig angesehen.

    Quelle:
    Quality Rater Guidelines, März 2014 (6.5.3 Poor Page Design)
  14. Affiliate-Links werden von Google generell nicht gern gesehen. In den offiziellen Richtlinien wird zwar dargelegt, dass Affiliateseiten mit Mehrwert durchaus als nützlich angesehen werden.

    In der Praxis ist jedoch immer wieder zu beobachten, dass das Vorhandensein von Affiliate-Links sich negativ auf das Ranking auswirkt. Als Mindestmaßnahme sollte man daher unbedingt alle Affiliate-Links auf nofollow setzen. Auch das Maskieren der Links und sperren des betreffenden Verzeichnisses via robots.txt wird oft umgesetzt. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass Google eventuell trotzdem erkennen kann, dass es sich um Affiliatelinks handelt. Um eine Weiterleitung zu erkennen, muss der entsprechende Link nämlich nicht gecrawlt werden, sondern es genügt, die URL per HTTP-GET aufzurufen, da das Weiterleitungsziel im HTTP-Header zu finden ist.

    Quellen:
    John Müller und Pierre Far, 18. November 2013
    Quality Rater Guidelines, März 2014

  15. layoutInwiefern der Page-Layout-Algorithmus auch für das Panda Update von Relevanz ist, ist unsicher. Klar ist jedoch, dass es sich generell nachteilig für eine Webseite auswirken kann, wenn die Hauptinhalte, also der eigentliche Zweck der Seite, nicht „above-the-fold“ zu finden sind. Wenn man also erst Scrollen muss, um die Hauptinhalte zu finden, ist das ein negatives Qualitätsmerkmal.

    Quellen:
    John Müller, 26. Mai 2014
    Quality Rater Guidelines, März 2014 (4.6 Functional Page Design)
  16. Wenn man den Googlebot über die robots.txt am Crawlen von für die Darstellung wichtigen Ressourcen hindert (also z.B. CSS oder Javascript), riskiert man damit eine Abwertung durch den Panda-Algorithmus.

    Quellen:
    John Müller, 2. Juni 2014, 16. Juni 2014
    Maile Ohye, Google Programs Tech Lead, SMX Advanced, Juni 2014
  17. Nochmal zum Seitendesign: Auch der Nebeninhalt wird bewertet. Als Nebeninhalt gelten hauptsächlich die Seitenleiste und die Navigation. Sind diese Inhalte wenig hilfreich oder gar ablenkend, kann das letztendlich zu einer Penalty durch einen Panda-Refresh beitragen.

    Quelle:
    Quality Rater Guidelines, März 2014 (6.5.1 Unhelpful or Distracting Supplementary Content)
  18. Ebenso wie eine gute Reputation und gute Reviews auf unabhängigen anderen Webseiten ein positives Signal sind, sind negative Reviews ein Signal für qualitativ minderwertige Webseiten.

    Quelle:
    Quality Rater Guidelines, März 2014 (2.7 Website Reputation)
  19. userNutzergenerierte Inhalte (UGC – User Generated Content) spielen auch eine große Rolle bei der Bewertung der Webseitenqualität durch Google. Man sollte insbesondere vermeiden, qualitativ minderwertige, spammy wirkende, duplizierte oder automatisch generierte usergenerierte Inhalte auf seiner Seite zu haben. Letztendlich bedeutet das, dass z.B. Blogkommentare immer moderiert werden sollten und auch bei anderen usergenerierten Inhalten, z.B. bei Foren, sollte zumindest eine spätere Prüfung stattfinden.

    Quelle:
    John Müller, 2. Juni 2014, 16. Juni 2014
    Quality Rater Guidelines, März 2014
  20. keyKeyworddomains waren insbesondere früher ein beliebtes Mittel, um zu einem monetär interessanten Keyword in den SERPS gut gerankt zu werden. Wie wir alle wissen, hat die Präsenz von Keyworddomains in den SERPS in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Grund dafür ist, dass Google heute bei Keyworddomains sehr viel genauer hinschaut und von Ihnen einen größeren Mehrwert erwartet, als das früher einmal der Fall gewesen ist.

    Quelle:
    John Müller, 2. Dezember 2013
  21. Lange Keyworddomains werden mittlerweile als Spamfaktor angesehen. Gerade wenn z.B. mehrere Bindestriche in einer Keyworddomain vorkommen, zeugt das in den Augen Googles nicht gerade von Qualität.

    Quelle:
    Matt Cutts, SMX West, März 2013; Private Konversation mit Josh Bachynski, 2014
  22. ladezeitDie Seitenladezeit ist mittlerweile ebenfalls ein Ranking-Faktor, jedoch derzeit vermutlich nur ein sehr geringer. Abwertungen werden insbesondere dann verteilt, wenn das Laden der Webseite mehr als 20 Sekunden dauert oder wenn die lange Ladezeit beim Benutzer Unzufriedenheit auslöst.

    Quelle:
    Matt Cutts, SMX Advanced, Juni 2013
  23. ymylIn den Quality Guidelines hat Google mittlerweile das Konzept der „Your Money or Your Life“ Seiten (kurz YMYL) eingeführt. Unter diesem Kürzel werden alle Seiten zusammengefasst, die einen großen Einfluss auf das zukünftige Wohlergehen des Besuchers haben. Insbesondere sind das Shopping-Webseiten, Seiten die medizinische oder finanzielle Themen behandeln und Seiten die juristische Themen behandeln.
    Für diesen Typus von Webseiten gelten ebenfalls besonders hohe Anforderungen an die Qualität und natürlich fällt ein Großteil der kommerziellen Webseiten in diese Kategorie.

    Quelle:
    Quality Rater Guidelines, März 2014 (2.3 Your Money or Your Life (YMYL) Pages)
  24. Generell hängt der Lesbarkeitslevel einer Seite vom Zweck und vom Zielpublikum ab. Webseiten, die sich an Kinder richten, haben sicherlich einen niedrigeren Lesbarkeitsgrad als z.B. die eben genannten YMYL-Seiten, d.h. Sie sind leichter zu verstehen.
    Webseiten, die einen sehr niedrigen Lesbarkeitslevel im Vergleich zu anderen Webseiten aus demselben Themenbereich haben, werden von Googles Qualitätsalgorithmen abgewertet und gehören damit möglicherweise zu den Verlierern bei einem Panda Update.

    Der Text sollte also gerade bei YMYL-Seiten nicht zu einfach zu lesen sein und nur Selbstverständlichkeiten beinhalten. Das von Google gegebene Beispiel für solche Texte lautet:
    „Pandas fressen Bambus. Pandas fressen sehr viel Bambus. Es ist das beste Fressen für einen Pandabär.“

    Quelle:
    Quality Rater Guidelines, März 2014 (6.1 Low Quality Main Content)

  25. Das Anlegen von Brückenseiten (engl. Doorway Page) kann zu einer Penalty durch das Panda-Update oder einen anderen Google-Algorithmus führen.

    Quelle:
    John Müller, 15. Juli 2014

Weitere mögliche Faktoren

Die zuvor besprochenen Faktoren beruhen allesamt auf direkten Aussagen von Google-Mitarbeitern oder aus den Quality Rating Guidelines. Nachfolgend werden nun noch einige anderen Faktoren genannt, die möglicherweise im Panda-Update oder anderen Qualitäts-Algorithmen verwendet werden. Diese Spekulationen stützen sich z.B. auf von Google registrierte Patente.

Hierzu als Hinweis: Von Matt Cutts wurde einst bestätigt, dass nicht jedes Patent, dass von Google registriert wird, auch aktiv für die Websuche genutzt wird. Dennoch geben die Patente durchaus Aufschluss, „in welche Richtung“ bei Google gedacht wird. Wenn ein Verfahren von Google als völlig nutzlos angesehen würde, würden sie sicherlich auch kein Patent dafür anmelden.

  1. Es wurde sowohl angedeutet als auch schon widersprochen, dass das Vorhandensein von anderen Google-Abstrafungen (insbes. Pinguin) sich negativ auf den Panda-Score auswirken kann.
  2. Wenn man sich die IP-Adresse mit bekannten Werbenetzwerken oder Content-Farmen teilt, kann dies möglicherweise negativ gewertet werden.
  3. Tippfehlerdomains, die auf das Vertippen des Users bei der Eingabe spekulieren (z.b. goggle.de, spigel.de, usw) , werden möglicherweise abgewertet.
  4. URLs und insbesondere Domains, die sehr generischen Text beinhalten, werden eventuell abgewertet. (z.B. tolleautos.de, bestekosmetik.de, usw)
  5. Wenn bestimmte Phrasen auf der Seite auftreten, kann dies eventuell zu einer Abwertung führen. Beispiele sind „Diese Domain ist geparkt“, „Diese Domain steht zum Verkauf“, o.ä.
  6. Das Verhältnis von verschiedenen Inhaltstypen auf einer Seite zueinander wird berechnet (z.B. Verhältnis Text / Links, Text / Bilder, usw). Dieses Verhältnis wird dann verglichen zu dem von anderen Seiten, die als qualitativ hochwertig bekannt sind. Finden sich hier zu große Abweichungen, kann dies zu Abstrafungen führen. Eine Seite mit 99% Links und nur 1% Text wird so z.B. höchstwahrscheinlich als minderwertig eingestuft.

Fazit

Da niemand den genauen Panda-Algorithmus kennt, kann man natürlich bei keinem Faktor mit Sicherheit sagen, dass er tatsächlich speziell beim Panda-Update verwendet wird. Aber alle genannten Faktoren wurden explizit von Google erwähnt und man darf davon ausgehen, dass diese in irgend einer Weise in den Algorithmus mit einfließen.

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